Wo liegt eigentlich Berga?

Diese Frage mag sich der ein oder andere Teilnehmer des diesjährigen Spanienaustausches aus der 10. Klasse zunächst auch gestellt haben. Tatsächlich gibt es in Deutschland gleich drei Orte mit diesem Namen, doch unsere Partnerschule liegt selbstverständlich in Spanien, genauer gesagt in der autonomen Region Katalonien, nicht allzu weit von Barcelona entfernt. Und wie jedes Jahr konnten es die Beteiligten kaum erwarten, die Flugreise dorthin anzutreten.

Doch zunächst warteten wir in der letzten Aprilwoche dieses Schuljahres auf die Ankunft der zehn Schülerinnen und Schüler aus Berga in Begleitung ihrer Lehrerinnen Inès Boix und María José Rodríguez. Alle waren gespannt darauf nun endlich ihrer „besseren Hälfte“ für die Dauer des Austausches persönlich zu begegnen, auch wenn man dank des WhatsApp Kontaktes im Vorfeld schon einige Informationen ausgetauscht hatte.

Bei einer kleinen Begrüßungsfeier in der Cafeteria des Gymnasiums lernten sich die Schüler schnell kennen und begannen damit ihre Sprachkenntnisse auszuloten. Nachdem das Programm der nächsten Tage bekannt und die Aufgaben für die Austauschzeitung verteilt waren, machte die Gruppe zunächst Station beim Landesfinale Tanz. Danach stand eine kleine Stadtführung durch Schrobenhausen auf dem Programm.

In den folgenden Tagen unternahm die Gruppe Ausflüge nach Regenburg, Neuschwanstein und München, man traf sich zum Bowling und arbeitete im Unterricht in Tandems an den Beiträgen für die Austauschzeitung. Deutsches Essen und Gepflogenheiten lernten die Gäste in den Gastfamilien kennen, wo alle herzlich aufgenommen und umsorgt wurden. Obwohl das Wetter nicht durchweg wunschgemäß war, wurden die in Bayern verbrachten Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmer.

Die Zeit des Abschieds kam für die meisten viel zu schnell, doch da der Gegenbesuch bereits drei Wochen später stattfinden sollte, fiel er nicht allzu schwer.

Unsere Partnerschule hatte für uns ein ebenso interessantes wie abwechslungsreiches Programm erstellt, welches mit einer Tagesfahrt nach Girona, wo gerade das Blumenfest Temps de Flors stattfand, seinen Auftakt nahm. Die Stadt mit ihren romanischen und gotischen Bauwerken, der Kathedrale und den pittoresken Gebäuden entlang des Flussufers hatte sich ordentlich herausgeputzt. Die Stadt ist übrigens auch in der 6. Staffel der Serie Game of Thrones zu sehen, wo sie sich in Braavos verwandelt, aber auch als Kulisse für die Septe von Baelor in Königsmund diente.

Ein weiterer Ausflug führte uns in die katalanische Hauptstadt Barcelona, wo die Schüler einige der berühmten Bauwerke des Architekten Antonio Gaudí und viele weitere Sehenswürdigkeiten bestaunen und auf Selfies verewigen konnten. Das Highlight dort war sicherlich eine multimediale Führung durch die imposante Kathedrale Sagrada Familia.

Weiterhin durften wir das spektakulär gelegenen Kloster Montserrat besichtigen, begleitet von einer überwältigenden Aussicht auf Katalonien. Ein Besuch des Küstenstädtchens Sitges ermöglichte auch einen Abstecher zum Strand. Daran fanden einige Schüler so viel Gefallen, dass sie diesen wiederholten, als sie Ausflüge mit ihrer Gastfamilie unternahmen.

Am Morgen unseres Rückreisetages wurden wir mit churros con chocolate verabschiedet, doch nicht allen Teilnehmern konnte diese leckere Spezialität den Abschied „versüßen“. Die Aussicht auf ein baldiges Wiedersehen in Berga konnte da schon eher als Trostpflaster dienen und manche schmiedeten bereits Pläne. Und tatsächlich flogen einige Schrobenhausener Gymnasiasten in der Fronleichnamswoche zum Stadtfest La Patum nach Berga, welches zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Die nun seit vier Jahren währende bayerisch-katalanische Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Schrobenhausen und dem SI Serra de Noet möchte jungen Menschen die Gelegenheit geben, sich abseits des Massentourismus wenigstens einen kleinen Einblick in eine andere Lebensart zu verschaffen und persönliche Kontakte zu knüpfen. Erfreulich ist, wenn manche dieser Kontakte fortbestehen und die Schulzeit überdauern. Und im besten Falle ist vielleicht eine lebenslange Freundschaft entstanden.      

Elke Krätschmer

Unsere spanischen Gäste mit ihren gastgebenden Mitschülern in Schrobenhausen