Schüler leiten ein umweltfreundliches Dorf

Wie schon im letzten Schuljahr hat die Fachschaft Physik das Energiespardorf des BUND Naturschutz in Bayern e. V. ans Gymnasium Schrobenhausen eingeladen. Vom 17. bis zum 20. Juli 2018 nahm jeden Tag eine andere Klasse der 8. Jahrgangsstufe an einem vierstündigen Workshop teil. Ein Ziel des Projekts ist es, die Stromversorgung einer durchschnittlichen bayerischen Gemeinde mit 8.000 Einwohnern möglichst ökologisch und nachhaltig auszurichten.

In der ersten Phase werden die wichtigsten Zusammenhänge und Auswirkungen des Klimawandels besprochen. Das Auftreten von Wetterereignissen wie z. B. der Tornado über Affing, die es bisher in unserer Region so noch nicht gegeben hat, macht schnell klar, dass man sich dringend Gedanken machen sollte, auf welche Weise Energie produziert und verbraucht wird. Die Begriffe Energie und Leistung kennen die Schülerinnen und Schüler bereits aus dem Physikunterricht. Doch nun sollten sie am eigenen Leib erfahren, was es heißt, eine Leistung von 8 W, 40 W oder gar 300 W zu erbringen. Während es noch recht einfach ist, eine Energiesparlampe oder eine Glühlampe zum Leuchten zu bringen, kommen die Schülerinnen und Schüler spätestens beim Versuch, mit einem Wasserkocher eine Tasse Wasser um ein paar Grad zu erwärmen, ganz schön ins Schwitzen.

In der zweiten Phase wird dann Hand an das Modelldorf gelegt. Die einzelnen Häuser werden nach und nach mit Beleuchtung, Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik usw. ausgestattet. Alle Häuser sind mit einem Auswertungsprogramm verbunden und so kann man sofort erkennen, ob der Kühlschrank oder der Computer der größere „Stromfresser“ im Haushalt ist. Viele Geräte haben gar keinen Ausschalter mehr und bleiben meist im Standby-Betrieb. Das kostet über das Jahr gesehen nicht nur einige Euro sondern vergeudet auch unnötig Energie. Die Referenten vom BUND Naturschutz Frau Schwäricke und Herr Heck weisen ausdrücklich darauf hin, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, voll funktionsfähige Geräte nur wegen der Energieeffizienz zu ersetzen, da ja die Produktion eines solchen Gerätes ebenfalls Ressourcen und Energie verbraucht.

Die dritte Phase beleuchtet intensiv die demokratische Dimension der Energiewende. In einer Gemeinderatssitzung übernehmen die Kursteilnehmer verschiedene Rollen und beschließen Projekte, welche dann sofort am Modelldorf umgesetzt werden. So werden beispielsweise die Bürger finanziell unterstützt, wenn sie Photovoltaikanlagen auf ihre Hausdächer bauten. Nachdem man sich über den Standort geeinigt hat, werden Windräder finanziert und gebaut. Die Auswirkungen auf die elektrische Energiebilanz und den zugehörigen CO2-Ausstoß können sofort abgelesen werden. So freuen sich die Schülerinnen und Schüler, wenn ihr Dorf ausreichend umweltverträgliche Energie erzeugt, um den eigenen Strombedarf voll zu decken.

Auch der Stadt Schrobenhausen liegt der Klima- und Umweltschutz sehr am Herzen und deshalb hat die Klimaschutzbeauftragte Frau Jenter zugesichert, dass die Stadt wieder die anfallenden Kursgebühren übernimmt. Vielen Dank für die großzügige Unterstützung!