Politische Morde: Gegenstand der Untersuchung in einem W-Seminar des Faches Geschichte

Politische Morde fanden in der Antike statt und geschehen in der Gegenwart. Aber Mord ist nicht gleich Mord. Um solch einen politischen Mord analysieren und verstehen zu können, bedarf es mitunter aufwändigerer Nachforschungen. Solche stellten die Teilnehmer des W-Seminars „Politische Morde“ am vergangenen Mittwoch im Stadtarchiv Schrobenhausen an.

Dort hatten sie die Gelegenheit, in eigener Recherchearbeit archivierte Zeitungsausgaben Schrobenhausener Zeitungen einzusehen, um so auch eine Einschätzung für die Betrachtungsweise der Redakteure gegenüber den jeweiligen Morden zu erhalten.

Beim kritischen Umgang mit den Quellen erkannten die Schülerinnen und Schüler recht flott, dass ein Mord auf eine bestimmte (oft der Sichtweise der Zeitung geschuldete) subjektive Art und Weise wahrgenommen werden konnte; wobei der Grundsatz zu gelten schien, dass der Grad der Subjektivität mit dem Alter der Zeitung steigt. Beispielsweise stießen die (brutalen) Morde an den Linkspolitikern Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht oder Kurt Eisner (alle +1919) eher auf Verständnis bei den Journalisten, weil diese in beiden Agenten des bolschewistischen Russlands sahen und recht deutlich aus einer nationalkonservativen Sichtweise heraus schrieben. Die Artikel zeigten eine klare politische Tendenz.

Über neuere politische Morde, wie etwa an J. F. Kennedy, Martin Luther King oder Hanns Martin Schleyer berichteten die Zeitungen neutral-objektiver. Dafür zeigte sich die Quellenlage breiter, sodass auch die Schülerinnen und Schüler mit zeitgeschichtlichen Themen gut Beschäftigung fanden.

Über das rege Forschen freute sich auch Archivleiterin Monika Schierl, die vorab die Bestände des Archivs gesichtet und entsprechende Sammelbände bereitgelegt hatte, wofür sich das Seminar dann auch artig bedankte. Einige der Teilnehmer denken nun darüber nach, im Rahmen ihrer W-Seminararbeit nicht nur an der Literatur, sondern verstärkt auch mit den Quellen zu arbeiten.

Tabea Haas / R.S.