Medienerziehung am Gymnasium Schrobenhausen „Prävention durch Integration“

Im Rahmen eines Elternabends hat der der Kontakt- und Schulverbindungsbeamte Herr Alfred Over von der Polizeidirektion Ingolstadt zum Thema Medienerziehung und (Cyber)mobbing am 20. Juni 2018 allen Anwesenden einen interessanten, lehrreichen und kurzweiligen Vortrag beschert. Dabei ging er u.a. zunächst auf die Top-Apps ein, welche die Jugendlichen heutzutage in einer globalisierten Welt auch in Deutschland immer häufiger nutzen. Allen voran zu nennen sind hier: WhatsApp, Instagram, Snapchat, oder YouTube.Laut eines Urteils aus dem Jahr 2017 haben die Eltern die Pflicht zur Aufsicht, Kontrolle und Gefahrenabwendung bei digitalen ´smarten´ Medien wie Smartphones, Tablets, App oder diversen Messenger-Diensten. Überlassen Eltern ihrem minderjährigen Kind ein entsprechendes Endgerät zur dauernden eigenen Nutzung, so stehen sie in der Pflicht, das Kind bis zu dessen Volljährigkeit beim Gebrauch jener angemessen zu begleiten und ihrer Aufsichtsrolle nachzukommen. Verfügen die Eltern bislang nicht über hinreichende, eigene Kenntnisse von ´smarter´ Technik und bzgl. der Welt digitaler Medien, so haben sie sich die erforderlichen Kenntnisse unmittelbar und kontinuierlich anzueignen, um ihre Pflicht zur Begleitung und Aufsicht durchgehend ordentlich erfüllen zu können.“ – so der Referent. Außerdem informierte der Fachmann über den interessanten Umstand, dass jeder, der den Messenger-Dienst WhatsApp“ nutzt, nach dessen technischen Vorgaben fortlaufend Daten in Klardatenform von allen in dem eigenen Smartphone-Adressbuch eingetragenen Kontaktpersonen an das hinter dem Dienst stehende Unternehmen übermittelt. Der sicherste Messenger, den es derzeit als Alternative gibt, ist Signal.

Ein anderes ´digitales Minenfeld´, auf das sich viele Jugendliche begeben, sind Onlinespiele, welche auch eine Vielzahl von Risiken bergen. Beispielsweise müssen die beliebten Spiele wie Clash Royale und Clash of Clans sogar als gefährliche Spiele angesehen werden, weil sie oftmals sog. Abofallen beinhalten.

Das Thema Mobbing füllte den zweiten Teil des Abends. Unter Cybermobbing i.e.S. versteht man das vorsätzliche, wissentliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer Personen mittels von Internet-und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum hinweg. „Täter“ suchen ein Opfer, das sich nicht oder nur schwer gegen die Übergriffe zur Wehr setzen kann. Meist besteht dabei zwischen Täter und Opfer ein Machtungleichgewicht, welches der bzw. die Täter ausnutzen, während das Opfer sozial isoliert wird.

Schließlich widmete sich der Fachmann Antworten auf die Frage nach dem Schutz. Um Streitfälle im Kontext des Urheberrechts zu vermeiden, wurde geraten, keine Bilder als Profilfoto zu verwenden, die man nicht selbst erstellt hat! Zur Wahrung der Privatsphäre wurde festgestellt, dass es keine Privatsphäre-Einstellungen gibt, weshalb nur Inhalte versandt werden sollen, die grundsätzlich jeder lesen oder sehen dürfte! WhatsApp greift übrigens auch auf Bilder, SMS-Nachrichten und Kalendereinträge zu! Bei den allgemeinen Datenschutzeinstellungen ist es ratsam, Profilbild, Status und die „Zuletzt online“-Anzeige zu verbergen! Auch sollte man seinen Nachwuchs dahingehend sensibilisieren, dass Nachrichten von unbekannten Telefonnummern kritisch zu betrachten sind, um eine ungewollte Kontaktaufnahme zu verhindern.

Wir von der Schulberatung geben den Tipp: Man sollte grundsätzlich keine Inhalte versenden, die von anderen Personen nachteilig verwendet werden könnten, z.B. peinliche oder sehr private Bilder. Wenn Nutzer zu aufdringlich werden und sich unangemessen verhalten, dann ist es geboten, diesen Kontakt zu blockieren oder die Gruppe(n) zu verlassen.

Des Weiteren sind wichtige Informationen zu finden bei

Eine ausführliche Fassung ist als PDF-Datei auf der Homepage unter Schulberatung zu finden.

Auch im Rahmen unseres Projektes Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist ein respektvoller, würdevoller Umgang miteinander unverzichtbar. Mobbing verletzt – nicht nur das oder die Opfer, sondern auch alle „Zuschauer“. Unbestritten bleibt, dass natürlich auch die „Täter“ Probleme haben, die es zu bewältigen gilt. Unser Ziel ist es, auf Courage zu setzen, die „Zuschauer“ zu stärken und zu verantwortungsbewussten Menschen in der Gesellschaft zu erziehen, um so die Opfer und Täter immer weniger werden zu lassen.

 

Stefanie Moritz, StRin – Beratungslehrkraft