Auf den Spuren der Römer

15 Schülerinnen und Schüler des W-Seminars Latein auf den Spuren der Römer am obergermanisch-rätischen Limes .

Die Route der kleinen Reisegruppe führt auf dem Weg zum ersten großen Ziel – der Saalburg – am Limestor in Dalkingen vorbei. An der Außengrenze des Römischen Weltreichs ist hier – vermutlich im Zusammenhang mit einem siegreichen Feldzugs Kaiser Caracallas gegen die Alamannen Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus ein Triumphbogen mit einer überlebensgroßen Kaiserstatue aus Bronze entstanden. Durch eine über dem originalen Mauerwerk frei schwebende, mit bedruckten Stoffbahnen bespannte Leichtmetallkonstruktion können die Abmessungen des einstigen Limestores wieder sichtbar werden – geschützt durch einen Glaskubus, der die Anlage zu einem kleinen Freilichtmuseum macht.

Im Römerkastell Saalburg machen die jungen Leute eine kleine Zeitreise und versetzen sich in das Leben eines gleichaltrigen Germanen vor 2000 Jahren. Die Ausbildung eines jungen Mannes zum Soldaten in einem Römerkastell wird hier im vollständig rekonstruierten Kastell äußerst anschaulich. Bei einer Wanderung auf dem Limeserlebnispfad auf den großen Feldberg geben die Schülerinnen und Schüler selbst immer wieder Einblicke in ihre Recherchen und Studien, die sie im Zuge ihrer Seminararbeiten bereits gemacht haben. Am nächsten Tag erwartet die Gruppe ein weiteres Highlight: Trier, die älteste Stadt Deutschlands und einstige Kaiserresidenz……

 

…. Augusta Treverorum – so nannten die Römer das bereits 17 v.Chr. gegründete Trier – zählte zu den größten Metropolen des römischen Reiches. Die blühende Handelsstadt stieg in der Spätantike zur Kaiserresidenz und damit zu einem Verwaltungssitz des Imperium Romanum auf. Als Versorgungszentrum im Hinterland war sie auch für die Truppen am Limes ein wichtiger Stützpunkt. Das Stadtbild ist bis heute geprägt durch die Spuren, die die Antike hinterlassen hat. Allein in der Innenstadt gehören sechs, zum Teil sehr gut erhaltene Römerbauten heute zum Unesco-Weltkulturerbe – wie der Limes selbst. So ist es für die kleine Reisegruppe selbstverständlich, auf einem großen Stadtrundgang am Freitag Porta Nigra, Kaiserthermen, Römerbrücke, Barbarathermen und natürlich die Konstantin-Basilika aus nächster Nähe zu besichtigen.

Am nächsten Morgen zieht die Atmosphäre im Amphitheater die Schülerinnen und Schüler besonders in ihren Bann, lädt zum Verweilen für ein kleines Picknick ein und verleitet sogar zu dem Versuch, die Akustik dieses wunderschönen Platzes für das ein oder andere Schülerreferat zu erproben.

Am Nachmittag führt die Reise zur nahegelegenen Villa Borg in Perl. Dort hat man auf den Grundmauern eines römischen Herrschaftshauses ein römisches Landhaus vollständig rekonstruiert – mit eigenen Thermen und einem römischen Garten. Günstig an der alten Handelsroute zwischen Metz und Trier gelegen, bot dieser Standort dem einstigen Besitzer gute Absatzmöglichkeiten für seine landwirtschaftlichen Produkte. Der daraus resultierende Reichtum ist an den Ausmaßen der Villa deutlich zu erkennen.

Nach einer Führung wartet hier als krönender Abschluss eine römische Cena mit Speisen, die in der Taverna der Villa Borg nach Originalrezepten aus dem berühmten Kochbuch des Apicius zubereitet werden. An numidischem Huhn mit Datteln und Pinienkernen, Schinkenbraten an Feigensoße, vegetarischem Kürbisauflauf mit Schafskäse, hausgebackenem Römerbrot und anderen Leckereien konnten sich alle mehr als satt essen.

Gestärkt durch dieses äußerst opulente und schmackhafte Abendessen macht sich die Gruppe nun wieder auf den Weg zurück zum Limes. Osterburken mit seinem Archäologiepark ist die letzte Station der Studienfahrt. Hier fasziniert vor allem der Blick durch die Archäoskope auf dem Limeswachturm, die einen dreidimensionalen und (fast) fotorealistischen Blick in die Vergangenheit erlauben. Schließlich ist der Verlauf des Limes ohne diese Bilder an den meisten Stellen nur noch mit viel Phantasie zu erahnen….

Blick durch das Archäoskop vom Wachturm in Osterburken